Etappe Nord – da wird ein Schuh draus 

Tatsächlich! Wir sind rum! Um die Ostsee! 70 Tage. 9000 km. 120 Fahrstunden. 

(Nur ein „mitzekleines“ – O-Ton Tamina – Stückchen fehlt. Wir wären ja gern über Russland gefahren, aber ein Visum war uns der Spaß dann doch nicht wert.)

Unser Weg führte uns also per Fähre Helsinki-Tallin ins Baltikum – wie einige schon bei fb entdeckten. 

Estland überraschte uns

– neben der erwartet schönen Küste – 

mit ausgebauten, vielfach neuen Landesstraßen, die das nördliche Nachbarland verblassen ließen und schnieke-pieke Autos everywhere des Weges. 

In Erinnerung bleibt es im Familiengedächtnis jedoch als Nationalpark-Land, 

denn bis auf zwei Wäschewaschen-Campingplatztage und Spielen mit einem anderen Elternzeit-Kind 😉 

verbrachten wir die meisten Tage und Nächte in jenen wunderschönen Arealen. 

Übrigens überhaupt ein richtig guter Tipp fürs Reisen: Nationalparks bieten so manches Mal die Möglichkeit direkt beim Infozentrum mit dem Mobil stehen zu können. Gleichzeitig sind sie leicht ausfindig zu machen und spiegeln das Urtümliche des jeweiligen Landes wider.

Die Bäume sind riesig und wieder grün! Juhuuuu! Wir haben den phänologischen Sommer eingeholt.

Mit Kindern und ohne total geeignet. Zum wandern, erkunden, Land kennenlernen, Tiere beobachten, Stress loswerden.

Nationalparks – da weiß man, was man hat. Nämlich: Natur 😀 

So erkundeten wir zum Beispiel Biberdämme und -burg 

und eines der letzten größeren Hochmoore hier.

In den Infozentren selbst hielten wir uns genauso gern auf. 

Kann doch hier der naturbegeisterte Tier- und Pflanzenkenner-Papa seinen Töchtern einiges erklären und viele Hauptpersonen aus seinen allabendlichen Geschichten (fast) leibhaftig vorstellen. 

Biber, Mauswiesel, Kranich, Uhu, Spitzmaus, Fischotter, Schmetterlinge… 

Das nächste Land die Ostsee entlang ist Lettland, wo ein Stück mehr russischer Einschlag zu spüren ist. Das prägendste Ereignis war hier ein Besuch im sogenannten Lido in der Hauptstadt Riga.

Eine dort so bekannte Schnellrestaurant-Kette wie hier jenes mit den zwei goldenen Bögen. Die Besonderheit dort: Es gibt landestypisches Essen, das man sich selbst zusammenstellen kann. Richtig viele Familien sieht man hier und im sehr schön angelegten Außenbereich gibt es zahlreichen Kinderspaß. Nein, das war kein Nationalpark 😉 

Ziemlich zügig und unmerklich erreichten wir Litauen. An der Memel genossen wir ein wenig Sonne und Ruhe auf dem schönen Stellplatz eines Imkers, genannt „Honey Valley“,

bevor wir den Fluss entlang weiterfuhren. Der Plan: Einmal während der ganzen Fahrt kann man ja mal eine Fußgängerzone angucken. Also auf in die nächste größere Stadt! Wir hatten ja mal wieder keine Ahnung, dass ausgerechnet dies die längste Fußgängerzone Osteuropas sein würde 😀 Überraschung B-) 

Das nächste Highlight war die russische Grenze. Zwar hatten wir schon am Grenzsee ganz nah jenes für uns verschlossenen Landes zwei Tage verbracht, 

aber die Kinder wollten mal einen „echten“ Grenzübergang sehen.
Das nächste Ziel und damit letztes Land der ersten Etappe korrigierte unser Weltbild ein wenig. Wenn wir jetzt ein Nummernschild mit „PL“ sehen, entstehen im Kopf ganz andere Bilder als vorher. Wunderschöne Alleen in hügeliger Landschaft 

und ebenfalls viele gut ausgebaute Straßen. Der allseits bekannte, breite Sandstrand,

an dem wir doch tatsächlich noch zwei Stündchen fast Sommer genießen konnten. Das letzte Mal war das im Juli in Dänemark möglich gewesen.

Den Aufstieg zur Steilküste ließen wir uns auch nicht nehmen. Oben erwarteten uns wieder mahnend Überreste der menschlichen Unmenschlichkeit.

Noch einmal lockte uns ein Nationalpark,  

dessen Kernpark zwar geschlossen hatte, aber trotzdem gab es Tiere und Bucheggern zu entdecken und viel Spaß 

Wir übernachteten auf einem schönen privaten Stellplatz am See.

Ja, und dann… Dann kam die letzte Grenzüberfahrt. Spontan brach auf den Rücksitzen Jubel aus. Auf nach Deutschland.

Wir fuhren durch Vorpommern, besuchten Saras Kindheitswohnort und Kindheitsausflugsorteund machten im Städtchen Anklam

doch tatsächlich unseren ersten Museumsausflug zu einer Ausstellung über die Flugversuche Otto Lilienthals.

Tja, und wenige Kilometer weiter schloss sich der Kreis unserer Route. Wir waren wieder am Ausgangspunkt angekommen und wurden mit jubelnden Freude von Cousins und Tanti begrüßt. 

Die folgenden drei Wochen kann man in drei Worten zusammenfassen: krank, krank, krank 😀 

Bis auf Kai wurden nicht mal unsere kompetenten Pfleger, Umsorger und Gastgeber, die lieben Eltern, verschont 😦 

Und so konnten wir auch leider keine Freunde treffen. Jetzt, wo wir nach 21 irgendwie auch sehr schönen Tagen (tausend Dank auch an dieser Stelle!) schließlich wieder ins Wohnmobil steigen, freuen wir uns auf die nächste Etappe. Was haben wir hin und her überlegt, ob angesichts der „Verspätung“ der aus der ersten Route entstandene Stiefel uns den Hinweis für das nächste Fernziel liefert oder nicht 😉 

Und der Bericht aus dem Inneren des Womos wird deswegen auch noch einmal verschoben auf den nächsten Post 🙂

Herzliche Grüße von der Pfadfinderfamily 🙂 

2 Gedanken zu “Etappe Nord – da wird ein Schuh draus 

  1. Von mir auch mal ein
    Herzliches Dankeschön!
    für eure tollen Bilder und inspirierenden Erlebnisse! Die 3 sind soooo süß!
    Ihr seid ja durch Thomas Heimat gefahren – hätten wir das gewusst! Habe mich über den finnischen Umweg gefreut (leider erst jetzt die Bilder zu eurem letzten Eintrag gesehen). Hier ist der Herbst in großen Schritten gekommen. Bei euch ist es bestimmt noch wärmer, schätze, ihr seid inzwischen schon südlich der Alpen? Und bald ist schon Weihnachten – wo werdet ihr wohl das Fest verbringen?
    Viel Glück und tägliche Freude bei der Etappe Süd!
    Freue mich schon auf eure nächste Aufmunterung.

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    1. Vielen Dank, liebe Mareike! Kommentare wie deines zu lesen ist genauso eine Ermutigung für uns!
      Ja, an Thomas‘ Eltern haben wir in der Tat gedacht 🙂

      In den Alpen sind wir allerdings noch nicht. Wir wären viel in Deutschland verteilte Familie besucht und sind momentan im ebenso kalten Belgien. Hier muss sich die weitere Richtung nun wirklich entscheiden… Weihnachten hat noch ein bisschen Zeit dann 😉

      Ganz liebe Grüße an deine Lieben!

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