Ciabattical

Japp, wir verbringen gerade den nächsten Abschnitt unseres Sabbaticals im Land von Ciabatta, Pasta und Pizza. Wir nennen diesen Teil der Reise auch Ciabattical 😀 

Wobei wir noch nicht so viel vom italienischen Stiefel selbst gesehen haben, denn unser Weg führte uns zügig zur Insel Sizilien. 

Am 18.10., genau drei Monate nach unserem Aufbruch zur ersten Etappe, waren wir zum zweiten Mal mit unserem Straßenschiff aufs offene Meer gefahren. Zunächst einmal nutzten wir den Deutschland-Abstecher und die goldenen Herbsttage, um unsere lieben verstreuten Verwandten zu besuchen. Wir konnten schöne Stunden mit Großvater, Uroma 

und Tanten, Onkels bzw. Geschwistern genießen und mit den lieben Cousinen und Cousins der unterschiedlichen Familien herrlich spielen.

Es tat so gut, dass wir uns jeweils kaum verabschieden wollten…

Doch nach 10 Tagen sagten wir in Belgien der letzten Familie Lebewohl. 

Bis zu diesem Zeitpunkt kannten wir das nächste Ziel nicht (was man an der Route sieht, haha :-D). Wir hatten uns zwar vom Kopf her für Spanien gegen Sizilien entschieden, aber irgendwie fühlte es sich nicht rund an…So blieben wir während der Besuche offen für Kursänderung und wussten erst bei der Abfahrt in Belgien: Sizilien! Naja, früh genug 😀 Und die Besuche waren die Wege sowieso wert gewesen 🙂 
Es folgten weitere Herzensumwege: Kai wollte plötzlich (:-D)  noch gern durch das Allgäu fahren. Gut. Das bescherte uns neben ein paar mehr Kilometern einen wunderschönen Familienwandertag 

und einen etwas sehr spontanen Besuch (öhöm) bei Freunden aus Schwerin in der Schweiz und einen erfüllenden Gottesdienst auf dem Weg zum nächsten Herzensumweg Adelboden. 

Wir fuhren noch einmal zur Berghütte von damals im Mai. Besonders Tamina war seither sehr angetan von diesem Ort und wollte immer wieder dorthin ziehen… 

Auch hier gingen wir wandern. Dass es wenige Tage später hier schneien würde, konnten wir nicht wissen, aber man spürte die Kälte. Wir wanderten direkt zur Felswand des Lohners 

und vollendeten damit unsere im Mai wegen Lawinengefahr abgebrochene Mission. Juhu.

So ist es manchmal im Leben. Im visionreichen, energiegeladenen, frischen Frühling des Lebens bleiben manche Ziele oder Träume trotz der Kraft versperrt oder unerfüllbar. Doch dann, in einer herbstlichen Lebensphase, in der es eher trist um dich her ist, Visionen nicht gerade sprudeln, dann ist es manchmal an der Zeit einen alten, abgebrochenen Pfad erneut zu besteigen. Und dieses Mal – wenn auch unter Anstrengung -erstaunlich leicht zu vollenden!

Nach einer eiskalten Nacht in den Bergen ging’s dann so direkt wie möglich Richtung Genua am Mittelmeer. 

Unsere Fähre fuhr 23 Uhr. Wir waren acht (!!!) Stunden zu früh. Wer denkt wir könnten nicht pünktlich sein?! 😁 😂😂😂

Unsere Außenkabine 

gewährte uns einen guten Schlaf auf den schaukeligen Wassern und am folgenden Abend befanden wir uns auf der Insel. 

Schnell raus aus Palermo war unser einziger Wunsch. Im Dunkeln mit hupenden, palermischen Italienern auf einer viereinhalb- oder doch siebenspurigen 😎 Strada ist nicht so der Hit, obgleich Kai unser Schiff echt beeindruckend fantastisch durch die Straßen, Gassen und um die Ecken Europas steuert. 🚙
So fuhren wir also noch am Abend zum nächst gelegenen Campingplatz unserer Auswahl nach San Vito lo Capo und landeten damit an einem sehr idyllischen Plätzchen.


 

Hier wollten wir einige Tage bleiben.

Und was sehen da unsere erstaunten Augen bei der Einfahrt an der Rezeption: Sitzen dort etwa Leute draußen vor ihrem Wohnwagen?! Um 22 Uhr?! Im T-Shirt?! Yeeeah! 

Sommer, da sind wir! 🕶

Wie sich herausstellte waren wir in einem Klettergebiet gelandet und umgeben von kletternden Singles, Pärchen, Familien, Rentnern.

Nagut, dann nichts wie auf die Räder und die Hügelberge erklimmen um sich den Mittelmeerstrand anzusehen. 




Im nahe gelegenen Zingaro Nationalpark entdeckten wir wandernd Flora und Fauna und super idyllische Buchten.


Die heißen Schwefelquellen mitten in der Natur bereiteten uns Erlebnis und Abenteuer. Nach kurzer Gewöhnung konnten die beiden großen Mädchen kaum genug bekommen von dieser Natur-Badewanne im Freien. Ein bisschen Sport zwischen Busch und Bambus und noch einmal hinein. Pssst. Mama mit Schlamm einschmieren. Oh wie komisch, diesen Streich findet sie ja gut… 😁 

Aber als wir den Parkplatz verlassen und die kleine, schlechte italienische Straße bergauf wieder zurück zum Campingplatz fahren wollten, wich das Lachen doch dem Adrenalin. Unser fahrendes Heim kam nicht hinauf. Nach dem dritten Versuch, ohne Passagiere samt Babyschale (außer Fahrer) und nach Ablassen des Wassers schnaufte das Womo doch noch erfolgreich den Berg hinauf. Wir anderen liefen erst zu Fuß und wurden dann von einem freundlichen italienischen Pärchen im Auto mitgenommen. Vielleicht sollten wir den Papa Kai zum Austoben doch mal wieder auf einen Pfadfinderhajk mit großen Jungs schicken 😀

Sizilien bietet einiges an historischen Zeugnissen, von denen wir uns auf dem Weg um die Insel einige anschauten – nicht zuletzt da das Wetter mit der Deutschland den Schnee bringenden Polarluft auch hier abkühlte. 

Zwischen den Grundmauern alter Städte rätselten wir gemeinsam was sich wohl wo befunden hatte: Hier war die Küche, hier das Wohnzimmer „… hier wohne ich.“ Und wir beantworteten gefühlt tausend Fragen der Kinder zur Geschichte, zu den Römern, Griechen, zur Herrschaft der großen Weltreiche und warum Jesus‘ Reich so ganz anders ist. So zum Erklettern und Spielen macht Geschichte doch richtig Spaß – auch wenn man noch kein Vorschulkind ist.. 

Mittlerweile sind wir im Südosten der Insel angekommen und haben hier ein Plätzchen wirklich direkt am Mittelmeerstrand. 


Einige Stunden am Tag können wir sogar sommerlich mit anderen Kindern unterschiedlicher Nationalität buddeln. Die Sprachbarriere wurde beim toben schnell überwunden. 

So grüßen wir wieder herzlich in die bereits vom Schnee besuchte Heimat!

Und wenn du dich im Lebensfrühling befindest – sei nicht zu frustriert, wenn das ein oder andere Ziel einfach irgendwie noch versperrt ist. Die Zeit kommt, wenn die Lawinengefahr vorbei ist. 

Und du im herbstlichen Lebensabschnitt – vielleicht ist es Zeit einen längst vergangenen Pfad zu beschreiten…! Los geht’s! 

4 Gedanken zu “Ciabattical

  1. Hey, klasse wieder von euch zu hören / lesen. Und doppelt schade dass wir uns nicht gesehen haben, als ihr nicht nur in der Nähe vorbei gekommen seid, sondern fast noch quasi einen Kringel um uns herum gefahren habt. Dafür hatte ich mein Herbsthajk mit meinen Jungs 🙂 und ihr habt irgendwann auch wieder einen Rückweg vor euch.

    Ostern seid ihr aber nicht zufälligerweise auf Malta? 🙂

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