Überwintern am südlichen Zipfel Europas 

Während im heimatlichen Deutschland wieder der Winter Einzug hält, ist auf unserer Reise ein wenig Ruhe eingekehrt und wir befinden uns noch immer am südlichen Zipfel Europas. Die milderen Temperaturen und die Sonnenstrahlen luden zum Verweilen ein.

 Wo soll man auch sonst im Winter mit einem Wohnmobil und drei kleinen Kindern wohnen, wenn nicht neben so einem tollen Sandkasten?! 🙂

In der Tat ist hier unter Mitarbeit verschiedener Familien schon ein kleiner Sandzoo entstanden. 

Wenn die Mama keine Alibi-Kinder zum Buddeln braucht, spielen diese auch fröhlich vor sich hin Kuchen backen, Geburtstag, Restaurant, Italienische Eisdiele und wer weiß was am Strand 

oder düsen mit den anderen Kindern hier auf ihren Rädern über den Platz.

Weihnachten ist schon wieder längst vergessen. Bei vielen Campern hier auf dem Platz jedoch nicht.

 Irgendwie waren wir in der letzten Advent-Woche auf die Idee gekommen, wir könnten doch für die Menschen hier ein kleines Weihnachtsmusical aufführen. Gesagt – getan. Nachbarsjungs gefragt. Sohn des italienischen Platzwartes gefragt. Englisches Mädchen vom Campingplatz nebenan gefragt. Geprobt, geübt, Verkleidung gesucht, Requisiten gebastelt, 

noch mehr geprobt, gesungen, Einladungen gemalt, 

eingeladen, aufgeregt gewesen, Stühle gestellt, noch aufgeregter gewesen, Bühne präpariert. Und dann war’s Heilig Abend und wir konnten mehr als 40 Leuten hier erzählen, welch ungehörige Sache damals geschehen ist: Gott wurde Mensch. 

(Hier ist ein Link zum Video davon)

Aber nun wird es auch hier merklich Winter mit kalten Gewitterwochen(!) und wir verbringen mehr Zeit im Wohnmobil. 

Zumal es sich mit dem plötzlichen Temperatursturz und gleichzeitigem Ausfall unserer Heizung direkt zu Silvester zum kleinen, fast zweiwöchigen Krankenmobil entwickelte. 

Während draußen am Strand die Menschen das neue Jahr begrüßten, strukturierten wir ein bisschen um und wärmen uns nachts nun gegenseitig zu fünft auf 2 Metern im Alkoven. Das Heckbett wurde neben der sehr kurzen, wärmenden Mittagssonne-Krankenbettlesestunde am Strand 
zum freudig begrüßten Kinderzimmer 🙂 

Hat auch mal was. 

Eigentlich hatten wir im neuen Jahr weiter reisen wollen.

Doch jetzt heißt es Warten. Wie lange auch immer sizilianische „drei Wochen“ dauern mögen, da die Heizung repariert sein soll 😁

Zu Beginn unserer Zeit hier auf dem Campingplatz landete eines Tages eine andere fünfköpfige Elternzeit-Familie mit ihrem VW-Bus direkt auf der Parzelle neben uns. Diesem Umstand verdanken wir drei wunderschöne gemeinsame Wochen, denn die vier Mädchen wurden ein klasse Gespann und die beiden Babys verstanden sich ebenfalls jauchzend.

Im Durchschnitt teilten wir jeden Tag eine Mahlzeit miteinander und die erste Frage am Morgen war: Sind die anderen schon wach? 

Mit den Nachbarsjungs gab es auch viel Spaß – nicht zuletzt bei einer coolen Schatzsuche nach vergrabenem schwarzen Gold aus Afrika… 

Im Dezember fanden wir durch Zufall (falsch abgebogen) eine Freikirche und fühlen uns dort ganz wohl. Dort lernten wir auch deutsche Missionare und deren Flüchtlingsarbeit kennen. Wir freuen uns immer auf den Austausch am Sonntag oder zu anderen Gelegenheiten, auch wenn der Gottesdienst für nicht-italienische Kinder ziemlich spät am Abend stattfindet. 

Am vergangenen Sonntag gab es solch ein starkes Gewitter, dass wir die 35 km zu unserem Campingplatz nicht zurückkehren konnten. Die Straßen wurden zu Flüssen, da es kaum Abläufe gibt.
Zum Glück haben wir immer alles dabei und der nächste Tag wurde einer der schönsten Ausflüge dort in die Altstadt. 

Mit einigen weiteren Impressionen aus dem Familienzeitalltag beim Überwintern grüßen wir euch:
Baden & Kinder-Wellness 

Winterentdeckungstouren nach den Stürmen auf Sizilien 

Alltagspflichtenspaß

Gesundungsausflug in das Naturschutzgebiet vom Pinienwald nebenan mit Blumenstrauß pflücken für Mama

Wellen beobachten 

Einkaufen 

Ausflüge und Radtouren, hier auf einem einzig kurzen Stück Radweg. Ansonsten geht nur auf der Straße fahren – nicht selten ohne Stoßgebet angesichts des italienischen Fahrstils. 

Hier Pinienwald und „Mama, warum lacht man eigentlich immer auf Fotos?!“ ja, warum eigentlich?! 

Hier Santa Croce Camerina, die nächste kleine Stadt

Kreativ sein mit abgespültem Strandgut oder Sankt Martin 

Herzlich, die Pfadfinderfamily 

6 Gedanken zu “Überwintern am südlichen Zipfel Europas 

  1. Ein toller Bericht mit sehr schönen Fotos ! Wie überlegen, unsere ElternZeit im Winter auch im Süden zu verbringen mit unseren drei Kindern. KönnT ihr Sizilien empfehlen und wenn ja welche Reisezeit am besten? Dezember oder Januar? Danke und liebe grüße Kathrin

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    1. Liebe Kathrin. Danke für dein Kommentar! Schön von euren Plänen zu hören! Ja, wir können Sizilien empfehlen, haben jedoch nicht den persönlichen Vergleich mit anderen Ländern. Da wird man bei einigen Seiten von mobilen Rentnern eher fündig. Laut Aussagen der Einheimischen haben wir ja den „schlechtesten“ Winter seit Jahrzehnten erwischt gehabt und trotzdem hatte die Sonne im Windschatten noch viel Wärme zu geben. Wir würden den Dezember auf jeden Fall vorziehen. Man merkt da, besonders am Anfang, noch die Restwärme des Sommers und Herbstes. Auch das Meer ist wärmer als im Januar und kühlt im Verlauf des Monats noch erheblich ab. Zumindest für kleinere Kinder und Toben bzw Spielen am Strand ist das geeigneter. Aber auch für Wanderungen oder Unternehmnungen. Der wärmste Ort ist tatsächlich im östlichen Süden, um Punta Bracetto herum. Aber wenn man zum Beispiel eine Fewo hat, ist man ja auch nicht so stark vom Wetter abhängig wie mit drei Kindern im Wohnmobil… Dann würden wir z.B. her eher den Norden bzw. Nordosten favorisieren. Es kommt also ein bisschen auf das Alter euer Kinder an, auf eure Vorstellungen bzw. Vorhaben und ob ihr mobil unterwegs seid. Aber unser Tipp auf jede Fall: dem Dezember den Vorzug vor Januar geben. Ganz liebe Grüße und eine richtig gute Zeit euch zusammen wünscht die Pfadfinderfamily

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  2. Jetzt muss ich auch mal was schreiben. Habe mit Freude eure Berichte gelesen und Bilder angeschaut. Es ist ja so spannend was Gott so alles tolles mit euch macht. Ich freu mich auf den nächsten Bericht und habt noch weiterhin viel Spaß am entdecken . Bis hoffentlich bald. Liebste Grüße von Andrea.

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